Xiaomi Huami AMAZFIT Stratos – Gefahr für Garmin?

AMAZFIT Stratos 2 - Fitnessuhr

Seit einigen Wochen ist die Huami AMAZFIT Stratos aus dem Hause Xiaomi auf dem Markt. Als Nachfolgerin der schon nicht so schlechten AMAZFIT Pace ist sie eher eine Evolution als Revolution, wartet aber mit einigen guten neuen Features auf. 

Huami ist die Wearable-Tochter des chinesischen Elektronik-Riesen Xiaomi, welcher immer mehr auf den europäischen Markt expandiert, wodurch der Name allmählich bekannter wird. Dieser Hersteller überrascht vor allem bei Smartphones durch ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und bietet eine Menge Ausstattung fürs Geld. Eines der herausragendsten Merkmale ist schon bei den Smartphones die beeindruckende Akku-Laufzeit. Auch bei den Smartwatches hat Xiaomi/Huami darum einen Ruf zu wahren. Aber zuerst mal zum äußeren Erscheinungsbild.

Design der Huami AMAZFIT Stratos – Alter Wein in neuen Schläuchen?

Auf den ersten Blick fällt das aktualisierte Design der AMAZFIT Stratos auf. Während die Pace noch betont „rundgelutscht“ designt war, hat die Stratos nun ein etwas kantigeres Gehäuse im Carbon-Look.

Um das Display herum gibt es eine angedeutete Lünette, gekrönt von einem schwarz polierten Keramik-Ring um das Glas herum. Sehr schick, das gefällt uns.

Zusammen mit den drei nun deutlich herausstehenden Druckknöpfen aus rostfreiem Edelstahl auf der rechten Seite wirkt die AMAZFIT Stratos nun optisch eher wie ein klassischer Chronograph als ein Drops.

Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich die Ladekontakte und der optische Herzfrequenz-Sensor, der genau der gleiche wie beim Modell Pace ist.

Das austauschbare Silikon-Armband ist quasi identisch zu dem der Pace.

AMAZFIT Stratos 2 - Fitnessuhr

Ausführliche Informationen im Display, Herzfrequenz-Statistik, GPS-Tracking

Und „innen drin“? Was hat sich geändert?

Der Focus einer am Markt als Premium-Multisport-Uhr positionierten Smartwatch ist klar beim Sport- und Fitnesstracking sowie als Schlafmonitor. Darum hat man die Software für das Update der Stratos weiter in Richtung Nutzerfreundlichkeit für Trainingsaufzeichnung optimiert.

Die AMAZFIT Stratos kann 11 Sportarten automatisch erkennen, ohne dass Du ein Programm starten müsstest. Die Sportarten sind Laufen, Walking, Radfahren, Ellipsentrainer, Wandern, Trail-Running und Fußball. Neu hinzugekommen sind Tennis, Schwimmen, Triathlon und Skifahren.

Key-Features

Vorab ein Blick auf die Hardware. Was bekommst Du fürs Geld?

  • Transflexives, „always on“ 1,34-Zoll-LCD-Touchscreen mit Lichtsensor für autom. Hintergrundbeleuchtung
    • Auflösung 320 x 300 Pixel
  • 2.5D kratzfestes gehärtetes Glas
  • CPU mit 1,2 GHz
  • IP68-zertifiziert, wasserdicht bis 50 Meter
  • Sensoren
    • GPS + GLONASS
    • Optischer HF-Sensor
    • Barometer
    • Sensor
  • Speicher
    • 4 GB ROM
    • 512 MB RAM
  • Konnektivität
    • WLAN
    • Bluetooth 4.0/BLE
  • Akkulaufzeit
    • 11 Tage im Uhrmodus
    • 5 Tage bei normaler Nutzung
    • 35 Stunden mit GPS aktiv
  • Gewicht 70 g

Bedienung und Funktionen

Die Bedienung erfolgt sowohl über das (leider nicht vollständig runde) Touch-Display als auch die rostfreien Edelstahl-Buttons oben und unten zum Scrollen durch die Menüs. Das ist vor allem sehr praktisch beim Training mit schwitzigen Fingern. Bei der Pace war der einzige Button relativ klein und mit der Uhr am Handgelenk nicht immer leicht zu erreichen. Insbesondere bei Sportarten im und am Wasser ist dies ein enormer Vorteil, wenn das Touch-Display mit nassen Fingern nicht reagiert wie es soll.

Mit den beiden Buttons oben und unten scrollt man durch die Menüs und wählt Einträge aus, der Button in der Mitte ist der Home-Button. Das Menü ist etwas aufgeräumter gegenüber dem der Pace, man findet häufig genutzte Funktionen nun schneller als zuvor.

Das Betriebssystem basiert auf WearOS by Android und wurde von Xiaomi/Huami sehr stark auf die eigenen Vorstellungen angepasst. Der Bedienbarkeit tut das keinen Abbruch, alles ist leicht und intuitiv zu finden, sofern mal schon einmal eine Smartwatch bedient hat.

Für deutsche Anwender kommt nun aber möglicherweise ein großer Haken: Aktuell gibt es das System nur in Chinesisch oder Englisch. Die „Global Version“ der Software wird künftig bestimmt noch auf Deutsch übersetzt, aber bis dahin musst Du mit den englischen Menüs und Ausgaben zurecht kommen.

Steuerung über die App „Amazfit Watch“

Mit der App, die es für Android und iOS gibt, kannst Du die Stratos sowohl konfigurieren, als auch die zahlreichen Sportfunktionen nutzen, indem Du Deine Aufzeichnungen synchronisierst und auswertest.

Von der App aus steuerst Du, welche Smartphone-Apps Push-Benachrichtigungen zur Uhr senden dürfen, so dass Du z. B. Skype-und WhatsApp-Nachrichten oder Benachrichtigungen von Twitter und Facebook direkt auf der Uhr anzeigen lassen kannst.

Sportfunktionen

AMAZFIT Stratos - Fitnessuhr

Mit dem starken Akku sind GPS-Trackings bis zu 35 Stunden möglich

Huami ist mit dem finnischen Unternehmen Firstbeat eine Partnerschaft eingegangen, um eine innovative Analyse der Fitnessdaten zu realisieren. Mit der durch Firstbeat entwickelten Sensortechnik kann die AMAZFIT Stratos automatisch den Sauerstoffgehalt Deines Bluts ermitteln und Dir genauen Aufschluss über Deinen aktuellen Status geben.

Der sogenannte VO2mx ist ein Wert, der Deinen persönlichen aerobischen Fitnesslevel wiedergibt. Er beschreibt die Fähigkeit Deines Körpers, Sauerstoff über die Lungen und das Blut zu den Muskeln zu transportieren. Je höher der VO2max, desto fitter bist Du. Und das Wissen über diesen Messwert macht sich die AMAZFIT Stratos zu Nutze, um Dich bestmöglich zu beraten.

Auf Basis dieser Informationen vergibt die Uhr Empfehlungen für Erhohlungsphasen und leitet Dich in Echtzeit beim Training an.

Ein Sensor erkennt Wasserkontakt für autom. Aktivitätenerkennung beim Schwimmen. Für Trainings im Schwimmbad kannst Du in der Uhr die Bahnlänge einstellen, damit Du die zurückgelegte Strecke messen kannst (anhand der Richtungswechsel).

Mit der integrierten Strava-App kannst Du Deine Rekorde im Radfahren und Laufen mit der Community teilen.

Smartwatch-Funktionen

Für viele Anwender sind austauschbare Watchfaces ein MUSS. Diese sind auch auf der AMAZFIT Stratos wechselbar, jedoch beschrankt auf die mitgelieferte Auswahl. Eigene Watchfaces können aktuell nicht installiert werden.

Das Always-On-Display ist als transflexives LCD konzipiert. Das heißt, es kommt bei heller Umgebung ohne Hintergrundbeleuchtung aus, was gigantisch viel Akku spart. Damit werden Laufzeiten erreicht, von denen die meisten Smartwatchbesitzer nur träumen können. Bei normaler Nutzung reicht der Akku für fünf Tage, als Uhr allein sogar bis zu 11. Wenn man GPS im Dauerbetrieb zum Tracking aktiviert, sind immerhin noch bis 35 Stunden drin. Das reicht für einen 100-Kilometer-Cross-Coutry-Lauf.

Diese Laufzeit erkauft man sich jedoch mit einem etwas blass wirkenden Bild. Das LCD-Display wartet naturgemäß nicht so brilliant und mit satten Farben auf, wie ein OLED. Aber was ist Dir wichtiger? Laufzeit oder hübsch bunt?

Das GPS sehr genau und findet Satelliten sehr schnell.

Wermutstropfen: Die Auswahl nachträglich installierbarer Apps ist aufgrund der Einschränkungen durch das Huami-eigene Betriebssystem stark begrenzt. Die AMAZFIT Stratos soll eben in erster Linie eine Multi-Sport-Uhr sein.

Fazit zur Xiaomi Huami AMAZFIT Stratos

Die Sportfunktionen sind umfassend, die HF-Analyse von Firstbeat sicher ein Alleinstellungsmerkmal. Als Begleiterin für Dein Training ist die Stratos ein heißer Kandidat, wenn Du mehrere verschiedene Sportarten betreibst. Gerade ihre Wasserdichtigkeit und der standfeste Akku sind da unserer Ansicht nach das beste Kaufkriterium.

Ist sie nun ein ernster Konkurrent für Garmin und Co.? Technisch kann die AMAZFIT Stratos den Premium-Marken aus USA und Finnland sicher noch nicht das Wasser reichen, aber angesichts des Kampfpreises ist sie auf jeden Fall eine Überlegung wert, wenn Du keine 600 EUR für eine Trainingsuhr ausgeben möchtest.