Casio ProTrek WSD-F20

Casio ProTrek WSD-F20

Casio ProTrek WSD-F20

Als Nachfolger der WSD-F10 ist die Casio WSD-F20 erst die zweite richtige Smartwatch von Casio. Mit dem neuen Modell hat Casio die Smartwatch nun auch in die ProTrek-Kollektion einsortiert, um den gehobenen Anspruch an die F20 hervorzuheben. Die F10 wurde noch unter der G-Shock-Produktlinie geführt, aber diese ist eher als robustere Urban-Serie mit Outdoor-Fähigkeiten zu sehen, während die ProTrek-Serie ausschließlich für den Outdoor-Einsatz konzipiert ist. Schauen wir uns die Casio ProTrek WSD-F20 also einmal näher an.

Design

Casio ProTrek WSD-F20Sowohl äußerlich als auch innerlich ist die F20 eher eine Evolution als eine Revolution gegenüber der Vorgängerin. Dennoch hat sie einige Features, die Besitzer der F10 zu einem Upgrade bewegen dürften.

War die F10 noch alleine aus schnöde schwarzem Kunststoff, gibt es die F20 nun in zwei zusätzlichen Farben: Weiß und Metallic-Orange. Dabei ist das Gehäuse in einen farbigen Oberteil und einen schwarzen Unterteil gegliedert. Die obere Hälfte ist mit vier Inbusschrauben befestigt. Das sieht so robust aus, wie es ist.

Auf den ersten Blick ist die F20 schon ein ziemlicher Brummer. Sie macht sich an großen und kräftigen Handgelenken sicher besser als an kleinen zierlichen. Die Maße sind 61,7 mm × 57,7 mm bei 15,3 mm Dicke. Das schwarze Armband aus weichem PU wird mit einer klassischen Faltschließe geschlossen. Obwohl die F20 so klobig ist, liegt sie dennoch sehr bequem am Handgelenk an. Dafür sorgen die clever gestalteten Winkel und Einkerbungen auf der Innenseite, mit denen sich das Armband auch an dünnere Gelenke gut anschmiegt. Mit 92 g ist sie zudem relativ leicht.

Die Lünette ist nicht drehbar, aber durch ihre leichte Erhöhung bietet sie dem Display einen gewissen Schutz. Das kann allerdings auch bei Swipe-Bewegungen auf dem Touch-Display unter Umständen etwas hinderlich sein.

Casio ProTrek WSD-F20An der rechten Gehäuseseite befinden sich drei Buttons für die Bedienung. Ein Button „Tool“, zum direkten Start von fest vorinstallierten Casio-Apps (Kompass, Barometer, Kalorienverbrauch, u.a.), den Weck-Button in der Mitte und dem konfigurierbaren Button „App“, mit dem man im Standard direkt eine Landkartenansicht öffnen kann.

Integriert in die Armbandaufnahme an der Gehäuseseite unter dem Zifferblatt ist ein Mikrofon, auf der linken Seite befinden sich der Barometer-Sensor und der magnetische Kontakt für das Ladekabel. Dieses Detail hat uns etwas verwundert, da die runde Buchse sehr offen da liegt. Bei der anvisierten Art Outdooreinsatz ist hier ja eigentlich mit Verschmutzungen oder Kontakt mit Wasser zu rechnen. Da die F20 aber mit einer Wasserdichtigkeit von bis zu 50 Metern (F10: noch bis 30m) beworben wird, scheint Casio sich um die Ladekontakte keine Sorgen zu machen.

Ausstattung und Funktionen

Casio ProTrek WSD-F20Als Betriebssystem bringt die Casio WSD-F20 ein leicht modifiziertes Android Wear 2.0 mit. Damit ist schon einmal klar, welcher Leistungsumfang einen da erwarten darf. Seinen eigenen Stempel hat Casio dabei eher in kleinen Details aufgedrückt. So gibt es in den Casio-Watchfaces kleine Widgets, deren Funktion man durch Antippen verändern kann. Wenn Du zum Beispiel auf den Kompass im „G-Shock“-Watchface tippst, kannst Du die Anzeige ändern in den Barometer, oder in die Batterie-Anzeige.

Im Lager der Sensoren ist die Neuerung, dass die F20 nun ein GPS mit an Bord hat, was bei der F10 noch nicht der Fall war. Außerdem verfügt sie über einen Magnetsensor für den Kompass, ein Gyroskop, einen Beschleunigungsmesser und ein Barometer für Höhen- und Luftdruckanzeige.

Herausragendstes Feature ist das Doppelschicht-Display, welches ein monochromes LCD mit einem Farbdisplay kombiniert. Das spart im Ruhezustand Energie. Am unteren Rand des Displays ist ein 20 Pixel hoher schwarzer Streifen, in dem sich der Helligkeitssensor befindet. Darum ist es nicht vollständig rund, ist aber nicht ganz so schlimm wie der klassische „Plattfuß“ bei Smartwatches früherer Generationen.

Die Akkulaufzeit ist mit ca. 2 Tagen akzeptabel. Das heißt aber, wenn man die F20 ihrer Bestimmung gemäß mit auf ein Trekking nimmt, muss man für zwischenzeitliche Ladung per Akkupack oder Solarzellen sorgen.

Keine Trainingsuhr für Sportler

Um als Trainingsuhr verwendet werden zu können, fehlt der F20 zudem ein Pulssensor. Darum ist sie keine dedizierte Sportuhr, sondern ganz klar auf Wanderungen, Trekking und Orientierung ausgerichtet. Hier sind Modelle der Konkurrenz wie zum Beispiel die Polar M600 oder die Garmin Fenix 5 eine bessere Wahl.

Als Pluspunkt zählen wir aber, dass sich auf die Casio ProTrek WSD-F20 Karten herunterladen lassen, um sie auch ohne Mobilnetzempfang im offline-Modus zu nutzen. Jedoch muss man sich dabei für einen bestimmten Maßstab entscheiden. Zoomen ist nur im online-Modus möglich.

Casio MOMENT SETTER

Viel Aufwand hat Casio in die App „MOMENT SETTER“ gesteckt. Sie soll bei Deiner Outdooraktivität aktiv durch gezielte Benachrichtigungen unterstützen. Zum Beispiel durch Vibration bei Erreichen einer bestimmten Höhe,  oder nach Absolvieren einer bestimmten zurückgelegten Strecke die aktuelle Höhe anzeigen etc.

In Verbindung mit dem GPS kann man zudem unterwegs eine Sprachnachricht zu Deiner aktuellen Position speichern. Zum Beispiel, um Wegpunkte für einen Wanderweg zu dokumentieren, oder um einen Kommentar zu einer Sehenswürdigkeit festzuhalten.

Über die Funktion „MOMENT LINK“ kann man sich mit Besitzern anderer F20-Smartwatches verbinden und auf der Landkarte sehen, wo diese sich gerade befinden.

Technische Details im Überblick

  • 1,32-Zoll-Doppelschicht-Display mit Farb-TFT-LCD (320 × 300 Pixel) + Monochrom-LCD
  • Kapazitives Touch-Display
  • Mikrofon
  • Sensoren
    • GPS
    • Drucksensor
    • Beschleunigungsmesser
    • Gyrometer
    • Magnetsensor
  • Batterie:
    • Typ: Lithium-Ionen-Batterie
    • Ladezeit: Circa 2 Stunden bei Raumtemperatur
  • Bluetooth: Bluetooth® 4.1 (Low Energy-Support)
  • Wi-Fi: IEEE802.11b/g/n
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • 4 GB interner Speicher
  • Knöpfe: TOOL-Knopf, Einschaltknopf, APP-Knopf
  • Bis 5 bar (50 Meter) wasserdicht
  • Maße: 61,7 mm × 57,7 mm × 15,3 mm
  • Gewicht: zw. 92 g und 105 g, je nach Ausführung
  • Betriebssystem Android Wear 2.0

Bedienung

Casio ProTrek WSD-F20Ähnlich wie schon bei alten G-Shock-Uhren, bei denen man die Beleuchtung durch Drehen des Handgelenks aktivieren kann, weckt man auch die F20 durch eine solche Bewegung oder eben durch den zentralen Knopf auf.

Durch die drei Knöpfe an den Seiten kommt man sehr schnell an die wichtigsten Funktionen heran. Die Wischbewegungen sind intuitiv, wenn man mit Android Wear vertraut ist. Insofern gibt die Bedienung der Casio ProTrek WSD-F20 keine Rätsel auf. Spannend sind -wie oben erwähnt- die kleinen versteckten Zusatzfeatures, mit denen man seine Watchfaces individualisieren kann.

Für die Watchfaces hat Casio eine Favoritenliste eingerichtet, so dass Du dort schnell zwischen seinen fünf liebsten Watchfaces wechseln kannst, ohne durch alle auf der Uhr installierten Watchfaces durchscrollen zu müssen. Das ist sehr komfortabel. Durch Tap & Hold auf dem Zifferblatt gelangt man in die Einstellungen.

Kompatibel ist die F20 natürlich auch mit Android (ab 4.3) und iOS (ab 8.1). In Verbindung mit iOS-Geräten gibt es aber die Einschränkung, dass man WhatsApp-Nachrichten nicht direkt beantworten kann. Mit Android geht dies wahlweise per Sprachnachricht oder als Text per eingebauter Tastatur.

Die vorinstallierten Casio-Apps bieten eine Fülle von Funktionen für Leute, die viel drauße sind. Es gibt sogar einen „Fishing-Timer“ für Angler mit Anzeige der Mondphasen und Wahrscheinlichkeit, wie gut die Fische anbeißen. Über das Display sind bei den interaktiven Watchfaces per Tipp-Geste immer eine Vielzahl von Informationen zur aktuellen Aktivität abrufbar. Weiter gibt es einen Kompass, ein Barometer mit Wetteranzeige, und sogar einen frei konfigurierbaren Screen, mit dem man sich selbst zusammenstellen kann, welche Anzeigen man haben möchte.

Besonderheit: Wenn der Akku sich dem Ende seiner Kapazität nähert, deaktiviert die Casio ProTrek WSD-F20 sämtliche Smartwatch-Funktionen und geht in einen „Timepiece“-Modus über, bei dem sie nur noch die Uhrzeit anzeigt. Sonstige Eingaben nimmt sie dann nicht mehr an, bis sie wieder aufgeladen wird.

Pro

Die Vielzahl der Informationen und die Konfigurierbarkeit sowie die klare und eindeutige Ausrichtung für die Outdoorfunktionen machen die Casio WSD-F20 zu einem idealen Partner für Outdoor-Aktivitäten. Dafür ist sie konzipiert, und diesen Job macht sie wirklich gut. Die Smartwatch-Funktionen sind Android-Wear-2-Standard. Da ist alles dabei, was man wünscht.

Ein weiterer Pluspunkt aus unserer Sicht ist, dass die F20 in der Liste der unterstützten Uhren des bevorstehenden Updates von Android Wear zum neuen WearOS by Google sein wird. Viele Hersteller vernachlässigen ja sehr schnell noch relativ aktuelle Modelle.

Contra

Die Positionierung wie auch die Umsetzung des Ladekontakts können schon mal für Unmut sorgen. Trotz magnetischer Befestigung löst sich das Ladekabel recht leicht.

Die Akkukapazität könnte deutlich besser sein. Die 2 Tage Laufzeit, die Casio verspricht, gelten nur unter sparsamer Bedienung und nicht mit permanent aktivem GPS. Bei outdoormäßiger Nutzung im Gelände sind 24 Stunden schon eher realistisch, wahrscheinlich weniger. Je nach Beanspruchung, versteht sich.

Casio ProTrek F20

Nun, optisch gefällt die Casio ProTrek F20 sicher sehr gut. Gerade die Farbvariante mit dem Orange-Metallic hat es uns angetan. Das Display ist super, auch im Always-On-Modus sehr gut ablesbar. Die Fülle an Informationen für die Nutzung beim Trekking oder auch beim Angeln ist toll. Allerdings muss man auch sagen, dass für den Preis von über 500 EUR manch anderes Konkurrenzprodukt mehr leistet. Wenn jetzt der Akku länger halten würde und ein Pulssensor mit dabei wäre, würden wir den Kaufpreis als angemessen sehen. So aber ist die F20 vielleicht ein bisschen teuer.


 

 Casio ProTrek WSD-F20 bei amazon